Kauf einer E-Gitarre (+ Amp)
KAUFEN E-GITARRE
Für Material und Verarbeitung gilt im Grunde das bei der Konzertgitarre Gesagte.
Auch wenn die E-Gitarre ein elektrisches Instrument ist, spielt das Holz und seine Verarbeitung für die Qualität eine bedeutende Rolle.
In einem Musikgeschäft wirst Du durch die viele verschiedenen E-Gitarren-Typen sicher erstmal etwas verwirrt sein.
Folgendes haben alle E-Gitarren gemeinsam:
- dünne Stahlsaiten
- mindestens zwei elektromagnetische Tonabnehmer
- einen Schalter für die Auswahl der Tonabnehmer
- mindestens einen Lautstärkeregler und einen Klangregler
- eine Buchse für's Kabel
Aber es gibt natürlich auch Unterschiede, die u.a. auch Preisunterschiede begründen:
- Anzahl der Tonabnehmer ( mindestens Hals- und Stegtonabnehmer, zusätzlich einen SingleCoil - siehe unten - dazwischen)
- Separate Klang- und Lautstärkeregelung für die Tonabanehmer
- Art der Tonabnehmer:
SingleCoil ( schmal) = Tonabnehmer mit einer Spule - heller typischer Klang, aber sehr anfällig für äußere Störeinflüsse (Brummen)
Humbucker (breit) = Tonabnehmer mit zwei verbundenen Spulen - fetter, singender Sound, weniger anfällig
- Floyd-Rose-System = Saitenhalterungssystem, das das Verstimmen durch Bendings bzw. Vibratohebel verhindert - sehr praktisch, wenn man Rock spielt, mit Feststellschrauben am Sattel und Feinstimmschrauben am Steg
- Anzahl der Bünde ( i.d.R. von 20 - 24, bei Bassgitarren auch mehr)
- Vibratohebel - damit kann man die Saitenspannung verändern, was gerade im Rock gern verwendet wird
E-GITARRE FUR ANFANGER
GITARRE SET + AMP
E-GITARRE KAUF
KAUFEN E-GITARRE
Was ist für die extremen Preisunterschiede verantwortlich?
Alles was Du unter "Kauf einer Konzertgitarre" über Material und Verarbeitung lesen konntest, führt bei einer E-Gitarre
- dazu, dass sie sich leicht bespielen lässt ( gute Saitenlage ohne Klirren, gutes Ansprechen der Töne),
- dazu, dass sie gut klingt ( langer Nachklang der Saiten - Sustain, klarer Sound, markentypischer Sound, warmer Klang etc.).
Das Problem bei Einsteigern ist nur, dass sie die feinen Unterschiede im Sound meist noch gar nicht wahrnehmen können und lediglich durch eine günstige Saitenlage weniger Schwierigkeiten beim sauberen Greifen haben. Da mittlerweile auch die Einsteigerinstrumente akzeptabel zu bespielen sind, kann bereits eine E-Gitarre für 150,00 EUR für den Anfang reichen. Kaum ein Musiker spielt ewig auf seinem ersten Instrument. Jeder leistet sich irgendwann - wenn er spielen gelernt hat - ein besseres Instrument. Gebt Euer Geld lieber für Lernmaterial oder Unterricht aus und kauft Euch die Luxusinstrumente später.
Der Amp (Verstärker)
Ganz ähnlich ist das bei den Gitarrenamps.
Zwei Dinge sind bei einem Amp grundsätzlich preisbestimmend:
- der Sound bzw. die Soundeinstellungs-Möglichkeiten (Klangregelung)
- die Leistung (Lautstärke)
Überlege als erstes, wofür Du Deinen Amp einsetzen willst.
Nur zum Üben? Dann reichen für die Wohnung schon 10 Watt aus.
Oder doch gleich auch für Proberaum und Bühne? Dann sollten es mindestens 30 Watt sein, bei Rockmusik besser 40 - 50 Watt.
Übeverstärker mit geringer Leistung sind generell günstiger zu haben als ihre großen Brüder. Aber gegen einen Rockdrummer kommen sie bei weitem nicht an.
Und je nachdem, was für Musik Du vorrangig spielen willst, musst Du die Prioritäten beim Sound setzen.
Für Rocker geht es nicht ohne ordentliche Verzerrung - engl. Distortion (Übersteuerung).
Fast jeder Verstärker ist heute mit einer Verzerrer-Schaltung versehen. Unterschiedlich ist lediglich die Technologie:
Bewährt und beliebt, aber teuer ist der Röhrenverstärker, der den verzerrten Sound mittels klassischer Röhrentechnik erzeugt und im Klangverhalten immer als warm und geschmiedig beschrieben wird.
Daneben hat sich mit der Entwicklung der Halbleitertechnik der Transistorverstärker etabliert, der wesentlich weniger anfällig für Verschleiß und Defekte ist, aber dafür auch sprödere Sounds liefert. Manchmal ist der Transistor der Röhre vorzuziehen, vor allem wenn's richtig hart und brutal klingen soll. Die Transistorverstärker sind billiger als Röhrenverstärker mit gleicher Leistung, aber letztlich musst Du selbst entscheiden, welcher Sound Dir besser gefällt.
Und schließlich hat sich in den letzten Jahren mit der digitalen Revolution so einiges getan. Das Schlagwort lautet "Digitale Ampsimulation". Aus den ersten digitalen Multieffektgeräten sind kleine Computer geworden und viele Amps neueren Baudatums sind anstatt mit Röhren und Transistoren mit Prozessoren bestückt, die man sogar vom Computer aus "füttern" kann. Solche "Digi"-Amps gibt es nun schon ab 150,00 EUR, und man hat sowohl brauchbare Verzerrungen als auch Effekte wie Hall, Echo und Chorus zur Verfügung.
Da die E-Gitarre als elektrisches Instrument musikalisch eng mit der technischen Entwicklung verbunden ist, sind typische Gitarrensounds mit allerlei elektronischer Raffinesse erzeugt, was über die klassische Verzerrung weit hinausgeht. Mit Effekten zu spielen, macht nun mal mehr Spaß, ist oft authentischer und ist zeitgemäß. Eh man sich seine Effekte bzw.
Andernfalls wird man sich später ein Multieffektgerät zulegen oder die einzelnen Effekte als Bodeneffektgeräte ( das sind die kleinen bunten Boxen) zusammenstellen. Wenn man wirklich nur für sich und keine anderen Ohren spielen will, würde ein Multieffektgerät sogar reichen, denn meistens kann man das an eine Heim-Anlage oder den PC anschließen,oder über einen Kopfhörer hören.
Wen es aber von vornherein auf die Bühne zieht, der kann anstelle des Combos ( Verstärker und Lautsprecher in einem Gerät) auch das Equipment in Topteil (Verstärker) und separate Lautsprecherbox splitten. Das macht vor allem Sinn, wenn große Lautstärken bzw. satte Tiefen benötigt werden ( z.B. Metal). Zudem kann man beim Kauf der Komponenten die Klangcharakteristik der Lautsprecherboxen gezielt mit einem anderen Amp kombinieren und erhält dadurch ganz individuelle Klangergebnisse. Aber immer auch ganz praktisch drandenken, wie dann der Transport organisiert wird. Eine 4 mal 12 Zoll - Lautsprecherbox passt ncht unbedingt in jeden Kleinwagen.